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Lichtblicke in dunklen Zeiten

Zeit für solche gemeinsamen Momente bleibt der Familie nur selten, seit Patrick an Krebs erkrankt ist. (Foto: Gottfried Stoppel)

Patricks Blick ist ernst. Er wirkt reifer als andere Jungs in seinem Alter. Nur ab und zu huscht ein Lächeln über das Gesicht des 15-Jährigen, beispielsweise wenn er von seinem Lieblingsfußballklub, dem VfB Stuttgart, erzählt. Sein rechter Fuß steckt in einem Gips. Erst vor wenigen Wochen wurde dort ein Tumor entfernt. Patrick hat Knochenkrebs. Zuvor hat der Jugendliche sich bereits einer Chemotherapie unterziehen müssen.

Vor eineinhalb Jahren war Patrick noch ein ganz normaler Junge, der auf das Limes-Gymnasium in Welzheim ging und in seiner Freizeit beim SV Kaisersbach oder zusammen mit seinem jüngeren Bruder Markus im Garten hinter dem elterlichen Haus kickte. Bis zu jenem Tag im vergangenen Jahr kurz vor Ostern. Monika Hüttmann, seine Mutter, erinnert sich: „Er ist von der Schule heimgekommen und hat über Schmerzen am Fuß geklagt.“ Ihr erster Gedanke: wahrscheinlich hat sich der Sohn nur etwas vertreten. Denn an diesem Tag stand unter anderem auch Schulsport auf seinem Stundenplan.

Die Ärzte diagnostizieren einen Knochentumor

Doch das Eincremen mit einer Salbe habe nichts geholfen. Der Schmerz blieb und auch der „leichte Hubbel“ an Patricks Fuß. Daraufhin suchten die Hüttmanns einen Arzt auf. „Er hat eine Röntgenaufnahme gemacht und gleich gesehen, dass es wohl ein Knochentumor ist“, erzählt Monika Hüttmann. Weitere Untersuchungen bestätigten den Anfangsverdacht.

„Die Diagnose war ein kleiner Schock für mich“, sagt Patrick rückblickend. Plötzlich sollte er schwer krank sein? Doch wirkliche Zweifel an der Diagnose habe es nicht gegeben. „Der Hubbel war ja da“, sagt auch seine Mutter. Unübersehbar und nicht wegzudiskutieren: „Da geht einem alles Mögliche durch den Kopf. Wie wird das? Was heißt das? Man weiß ja nicht, was auf einen zukommt“, schildert Monika Hüttmann ihre Gedanken.

Auf alle medizinischen Fragen hätten sie von den Ärzten am Stuttgarter Olgahospital zwar Antworten bekommen. Aber so eine Krankheit betreffe ja auch die Psyche. Neben der Angst um Patrick, die zu ihrem „ständigen Begleiter“ geworden sei, müsse trotz allem auch der Alltag irgendwie bewältigt werden. Aufgerieben zwischen den bangen Stunden mit Patrick in der Klinik, dem Beruf und dem Haushalt bleibe für so etwas wie ein normales Familienleben keine Zeit mehr.

Die Krankheit betrifft die ganze Familie

Monika Koslow kennt diese Sorgen und Nöte nur zu gut. Ihr Sohn Tobias war 2005 als Sechsjähriger an Leukämie erkrankt. Sie weiß, dass solch eine Krankheit die ganze Familie betrifft: weil sich Geschwisterkinder mit den Ängsten um ihren Bruder oder ihre Schwester allein gelassen fühlen, wenn sich die Eltern verständlicherweise vor allem um das kranke Kind kümmern; dass Großeltern verzweifelten, weil ihr Enkel und nicht sie, die ihr Leben bereits gelebt haben, krank sind.

Monika Koslow hat vor vier Jahren den Verein Sonnen-Stunden :: Kinderkrebshilfe gegründet, um Sonne in das Leben von Familien mit krebskranken Kindern zu bringen – und sei es nur für wenige Stunden. An den Ausflügen, die der Verein organisiere, nähmen auch Familien aus dem Kreis Ludwigsburg teilnehmen, berichtet Koslow. Denn neben Sonnen-Stunden gebe es in der Region nur noch den Verein Anna in Filderstadt (Kreis Esslingen), der ein ähnliches Angebot mache.

Zuletzt hat Sonnen-Stunden mit krebskranken Kindern die Schorndorfer Polizeihundestaffel besucht. Auch Patrick war mit dabei. „Dort hat man uns gezeigt, wie Spürhunde Menschen oder auch Drogen suchen“, erzählt er, und ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Als nächstes gehe es zu einer Motocross-Show. „Da freue ich mich auch schon drauf“, sagt Markus. Und zwar nicht nur wegen der schnellen Motorräder und den waghalsigen Stunts, die die Fahrer mit ihren Maschinen vorführten, sondern vor allem, weil er endlich wieder zusammen mit seinem ältere Bruder etwas unternehmen könne. Denn gemeinsam im Garten Fußball spielen, das könnten sie ja nun nicht mehr. „Ein Spiel vom VfB Stuttgart anzuschauen, wäre aber auch toll. Ihn einmal wieder anzufeuern, am besten gegen die Bayern“, sagt Patrick und grinst seinen kleinen Bruder Markus an, der dazu nickt und ebenfalls lacht.

Zeitungsbericht, Stuttgarter Zeitung vom 19.11. 2013

Sonnen-Stunden :: Kinderkrebshilfe

Patrick (links) spielt mit seinen Geschwistern Markus und Sarah und seiner Mutter Monika Hüttmann ein Gesellschaftsspiel...